Das Ziel von Clean Water ist es, für Menschen in aller Welt den Zugang zu Trinkwasser zu verbessern. Angesichts unterschiedlicher Bedürfnisse und schwieriger Verhältnisse sowie der Vielzahl möglicher Massnahmen legt GF den Fokus auf fünf Schwerpunkte: Wasser fördern, Wasser transportieren, Wasser speichern, Wasser verteilen und Wiederaufbauhilfe.

Projektschwerpunkte

Wasser fördern
Clean Water Projekt in Bangladesh

Der Bau von Brunnen ist ein wichtiger Schwerpunkt unter den von Clean Water finanzierten Aktivitäten. Je nach Lage und Untergrund müssen unterschiedliche Techniken und Bauweisen eingesetzt beziehungsweise genutzt werden.

Clean Water in Bangladesch

In Bangladesch kommt sauberes Trinkwasser in der Gegend um das Dorf Paturia meist erst in 100 Meter Tiefe vor. Die Adivasi, die Ureinwohner Bangladeschs, leben hier in grosser Armut. Mit Unterstützung der Hilfsorganisation Shanti-Schweiz sowie der bengalischen Hilfsorganisation Dipshikha ermöglichte die Clean Water Stiftung den Bau von solarbetriebenen Pumpstationen zur Beschaffung von Trinkwasser. Damit die Anlagen leicht zu warten sind, wurde die Technik einfach gehalten, auf die Verwendung von Batterien verzichtet und die Solarpaneele, Umformer sowie Pumpen in Bangladesch erworben. Das Clean Water Projekt konnte damit je eine Trinkwasserstätte in den Schulen der Dörfer Paturia, Rudraput und Shapahar ermöglichen. Alle Arbeiten wurden in kurzer Zeit von ortsansässigen Handwerkern durchgeführt und verhalfen schliesslich 1‘200 Menschen, vorrangig Schülern und Lehrpersonal, zu sauberem Trinkwasser und zu besseren hygienischen Verhältnissen.

Wasser transportieren
Clean Water Projekt in Afghanistan

Aus verschiedenen Gründen lassen sich Menschen an Orten nieder, wo der jährliche Bedarf an Trinkwasser nicht gesichert ist. Armut ist meist der zentrale Grund dafür. Der Bau von Wasserleitungen und -kanälen ist zugleich Chance und Grundvoraussetzung für eine nachhaltig bessere Lebensqualität.

Clean Water in Afghanistan

Aufgrund der extremen Topographie und des überwiegend trockenen Klimas ist in Afghanistan kaum Oberflächenwasser vorhanden. Die Bevölkerung muss für sauberes Trinkwasser oft weite Entfernungen zurücklegen. Besonders betroffen von der Trockenheit sind die Menschen im Gebiet Hazarajat, das westlich der Hauptstadt Kabul liegt.

In enger Zusammenarbeit mit der Afghanistanhilfe Schaffhausen wurden im Rahmen des Clean-Water-Projektes 50 handbetriebene Tiefbrunnen mit bis zu 40 Meter tiefen Schächten errichtet. In den fünf Monaten Bauzeit entstanden 100 Arbeitsplätze für Fachkräfte, genauso wie für ungeschulte Einheimische. Mit diesem Clean-Water-Projekt konnten bis zu 40‘000 Menschen in der Region mit sauberem und jederzeit verfügbarem Trinkwasser versorgt werden. Durch die Platzierung vieler Brunnen in der Nähe von Schulen und Kliniken fallen die bisher üblichen langen Wegdistanzen für die Wasserbeschaffung weg. Das verbessert die örtlichen Hygieneverhältnisse massiv, was letztlich auch die Lebenserwartung markant steigert.

Wasser speichern
Clean Water Projekt in Moçambique

In vielen Regionen der Erde gibt es ausgeprägte Regen- und Trockenzeiten. Frisches und sauberes Trinkwasser in ausreichenden Mengen ist deshalb nur während einer begrenzten Zeit vorhanden. Mit dem Bau von Regenwasserspeichern und Wassertanks kann für die Trockenzeit vorgesorgt werden.

Clean Water in Moçambique

Für rund 70 Prozent der in Moçambique lebenden Menschen ist die Beschaffung von Trinkwasser ein täglicher Kampf. In der Provinz Cabo Delgado müssen Frauen, die traditionell für die Wasserbeschaffung zuständig sind, für ein paar Liter Wasser oft stundenlange, gefährliche Fussmärsche in Kauf nehmen. Mit der Hilfsorganisation Helvetas als Partner, realisierte Clean Water in Moçambique mehrere Wasserprojekte.

Clean Water in Ntamba

Mit dem Ziel Hygienebedingungen zu verbessern und damit letztlich die Lebenserwartung (durchschnittlich 36 Jahre) zu erhöhen, engagierte sich die Clean-Water-Stiftung in Ntamba für den Neubau und die Instandstellung der veralteten Wasserversorgungsanlage. Mit der aktiven Beteiligung der örtlichen Gemeinden und lokalen Arbeitskräften wurden unter anderem Dieselmotoren repariert, Hauptleitungen zu den Pumpstationen ersetzt, Reservoirs und Zapfstellen saniert. Die Folge: Rund 38‘000 Menschen in zwölf Dörfern profitieren davon. Helvetas wird für die Trinkwasserprojekte in Cabo Delgado mit dem Energy Globe Award 2007 gewürdigt.

Wasser verteilen

Der Brunnenbau und die Wasserdistribution in verschiedenen Varianten sind wichtige Schwerpunkte der von der Clean Water Stiftung finanzierten Aktivitäten. Sie ist die Grundvoraussetzung für eine nachhaltig bessere Lebensqualität. Mit der Gründung einer Wassergenossenschaft soll sichergestellt werden, dass die Dorfgemeinschaft das neue Wasserverteilungssystem lange nutzen kann.

Clean Water in Nicaragua

San Pedro Nuevo ist eine kleine Gemeinde in einer geothermisch aktiven Region in der Nähe des Maribios Vulkan-Gebirges in Nicaragua. Das geothermische Feld produziert auf natürliche Weise salzhaltige Flüssigkeiten, die eine sehr hohe Arsen-Konzentration aufweisen. Diese Flüssigkeiten vermischen sich mit dem Grundwasser und beeinträchtigen somit auch das Trinkwasser der Gemeinden in diesem Gebiet. Arsen ist ein wesentlicher Trinkwasser-Schadstoff: Trinkt man über eine lange Zeitspanne Wasser mit einem hohen Arsen-Gehalt, führt dies zu einer Arsenvergiftung. Die Folgen können schwerwiegende Krankheiten wie Hautkrebs, Krebs an Blase, Niere und Lunge oder Erkrankung der Blutgefässe in Beinen und Füssen sein.

Die Arsen-Konzentration in San Pedro Nuevo überstieg den Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation (10µg/l) bis um das Zweifache. Hinzu kam das Problem, dass der einzige Zugang zu Trinkwasser aus offenen, von Hand gegrabenen Brunnen bestand. Dadurch wurde das Risiko von Krankheiten, die durch verunreinigtes Trinkwasser verursacht werden, zusätzlich gesteigert. Zudem waren die Brunnen sehr tief, sodass das Heraufbefördern des Wassers sehr aufwändig war.

In Zusammenarbeit mit Nuevas Esperanzas hat die Clean Water Stiftung den Aufbau einer lokalen Quelle von sauberem Trinkwasser für die Gemeinde von San Pedro Nuevo ermöglicht. Dazu gehören auch eine Pumpstation sowie ein Speichertank. Die 123 Bewohner von San Pedro Nuevo erleben dadurch eine signifikante Steigerung der Lebensqualität. Für den nachhaltigen und langzeitigen Unterhalt des Wassersystems wurde zudem eine Wassergenossenschaft bestehend aus Einheimischen aufgestellt. Im März 2017, nachdem drei Monate lang gebohrt wurde, konnte der Brunnen mit einer Tiefe von 130m und einer Wassersäule von 25m erfolgreich fertiggestellt werden. Tests der Wasserqualität haben gezeigt, dass das Trinkwasser komplett arsenfrei ist.

Nuevas Esperanzas wird die technische Betreuung des Projektes weiterführen, bis das System voll operationstüchtig ist sowie die Mitglieder der Wassergenossenschaft weiter schulen.

Wiederaufbauhilfe
Clean Water Projekt in Haiti

Clean Water ist zwar nicht in der Soforthilfe tätig, dafür aber in der zweiten Phase nach einer Katastrophe. Zu diesem Zeitpunkt steht die Wiederherstellung der Infrastruktur im Zentrum. Zumindest soweit, dass die betroffenen Menschen in einer Übergangszeit von einigen Monaten oder mehreren Jahren damit auskommen können.

Clean Water in Haiti

Haitis traurige Bilanz nach dem Erdbeben vom 12. Januar 2010: Über 300‘000 Tote, eine Million Obdachlose, Angst, Hunger, Durst. In solch einer Situation bringt die Verfügbarkeit von sauberem Trinkwasser den Überlebenden auch die Hoffnung zurück. Die Stiftung Clean Water leistete unmittelbar nach Bekanntwerden der Katastrophe 50‘000 US-Dollar Soforthilfe. Mitarbeitende von GF Piping Systems in Tustin/CA (USA) engagieren sich und stellten ihr Know-how zu Verfügung: Innerhalb weniger Tage konstruierten die Techniker ein für jedermann einfach zu montierendes Leitungssystem aus Kunststoff mit jeweils sechs Zapfstellen. Die Konstruktionen werden an die Wasseraufbereitungsanlagen der Organisation Water Missions International angeschlossen, womit für die Bevölkerung sauberes Trinkwasser verfügbar wurde. Was aus einer Notlage heraus geschaffen wurde, ist anschliessend zu einer festen Institution geworden, da sich das Verteilersystem wegen seiner Leichtigkeit und Stabilität auch für längerfristige Entwicklungshilfe eignet.